Zum Hauptinhalt springen

Ihre Fragen zur Corona-Schutzimpfung

Als Freiwillige*r bei der Impfaktion leisten Sie eine großartige und wertvolle Arbeit und möchten sich darauf bestmöglich vorbereiten. Als Bürger*in haben Sie viele Fragen zur Impfung und zum Impfstoff. Hier beantworten wir Ihnen wichtige Fragen rund um die Corona-Schutzimpfung durch unsere mobilen Teams und unsere Impfzentren in Nordrhein.

Wie ist die Arzthaftung im Zusammenhang mit Corona-Schutzimpfungen in der eigenen Praxis geregelt? Gibt es Sonderregelungen wie bei den mobilen Teams und Impfzentren?

Bei Impfungen in den eigenen Praxen gelten im Gegensatz zur Impftätigkeit des Arztes im Impfzentrum und/oder in den mobilen Einheiten die gängigen Haftungsregelungen. Die Durchführung der Corona-Schutzimpfung stellt eine Heilbehandlung dar, auf die der Patient einen Anspruch hat und durch die ein Behandlungsvertrag zwischen Arzt und Patient zustande kommt. Die Heilbehandlung muss nach den zum Zeitpunkt der Behandlung bestehenden, allgemein anerkannten fachlichen Standards erfolgen. Im Fall eines Schadens, der durch Fahrlässigkeit des Arztes verursacht wird, muss deshalb die eigene Berufshaftpflichtversicherung des impfenden Arztes in Anspruch genommen werden.

Bei Impfschäden gilt jedoch eine abweichende Haftungsregelung: Der Impfschaden muss in diesen Fällen durch den Patienten gegenüber dem Land geltend gemacht werden. Sollte sich also herausstellen, dass einer oder mehrere der empfohlenen Impfstoffe unerwünschte Langzeitfolgen haben, muss der impfende Arzt diesbezüglich keine haftungsrechtlichen Konsequenzen fürchten.

Weitere Informationen zu den Haftungsgrundlagen im Zusammenhang mit Corona-Schutzimpfungen können Sie dem Merkblatt Haftung bei Impftätigkeit entnehmen.

Im Frühsommer werden wir unsere Praxis urlaubsbedingt für 2 Wochen schließen. Können wir die Zweitimpfungen dann verschieben? Oder müssen die Abstände zwischen Erst- und Zweitimpfung eingehalten werden?

Der in der Coronavirus-Impfverordnung genannte Abstand zwischen Erst- und Folgeimpfung (BioNTech/Pfizer 6 Wochen, AstraZeneca 12 Wochen) sollte eingehalten werden, da dadurch sowohl eine sehr gute individuelle Schutzwirkung als auch ein größerer Effekt der Impfung auf Bevölkerungsebene zu erzielen ist. Bitte bedenken Sie dies schon bei der Terminvergabe für die Erstimpfung und planen Sie die Folgeimpfungen frühzeitig so ein, dass Sie ausreichend Kapazitäten haben.

Was ist, wenn Patienten ihren 2. Impftermin nicht wahrnehmen, z. B. wenn die Impffähigkeit wegen einer Krankheit nicht gegeben ist?

Die Impfserie muss nicht von vorn begonnen werden, sondern wird mit einer späteren Zweitimpfung abgeschlossen.

Wie wird bei der derzeitigen knappen Impfstoffmenge sichergestellt, dass ich genügend Impfstoff für die Zweitimpfungen erhalte?

Sollten Sie bereits Impfstoff für Zweitimpfungen benötigen, vermerken Sie die entsprechende Menge auf Muster 16 mit dem Hinweis „Zweitimpfung“. Damit soll erreicht werden, dass Sie für die Zweitimpfungen so viele Dosen des entsprechenden Impfstoffes erhalten wie Sie benötigen. (KBV-Info)

Kann in Einzelfällen von den in der Coronavirus-Impfverordnung genannten Abständen zwischen Erst- und Folgeimpfung abgewichen werden?

Prinzipiell sollte der vorgesehene Abstand eingehalten werden. Eine Zweitimpfung im Abstand von 3-6 Wochen für BioNTech, 4-6 Wochen für Moderna und 8 – 12 Wochen für AstraZeneca ist medizinisch unbedenklich und durch die Zulassungsstudien gedeckt und daher in Einzelfällen möglich.

Patienten mit durchgemachter Covid-19 Infektion werden nur einmalig geimpft. Wird das als Erst- oder Zweitimpfung abgerechnet?

In diesem Fall ist der Impfzyklus mit der einmaligen Impfung abgeschlossen. Sie rechnen diese mit der jeweiligen Symbolnummer für die Abschlussimpfung (Zweitimpfung) ab.

Wie lange müssen bei der Corona-Impfung in der Praxis die Originalbögen für Aufklärung, Anamnese und Einwilligung aufbewahrt werden?

Aus Haftungsgründen empfehlen wir, sämtliche Impfdokumente aufzubewahren. Nach unserer Rechtsauf­fassung gelten bei den Impfungen gegen Covid-19 die gleichen Anforderungen hinsichtlich der Dokumen­tation wie bei allen anderen Impfungen auch. Das bedeutet, die Dokumente nach § 630f Abs. 2 BGB sind in die Patientenakte aufzunehmen. Für die Aufbewahrung gilt die Frist des § 630f Abs. 3 BGB (10 Jahre).

Reicht es aus, wenn wir in der Praxis die Originaldokumente einscannen und digital archivieren?

Die Aufbewahrung muss unter Wahrung des Datenschutzes erfolgen. Es muss sichergestellt sein, dass Unbefugte keinen Zugriff auf die Dokumente und Daten der Geimpften haben. Wenn dies bei dem Pro­zess des Einscannens und der elektronischen Ablage gewährleistet ist, ist auch eine digitale Archivie­rung zulässig

Dürfen niedergelassene Fachärzte in ihren Praxen Corona-Schutzimpfungen durchführen und über den normalen Abrechnungsweg abrechnen?

Ja, alle Vertragsärzte dürfen in ihren Praxen Corona-Schutzimpfungen durchführen. Sie sind dabei an die Vorgaben der CoronaImpfV gebunden. Wegen der noch eingeschränkten Impfstoffmengen sollen vorrangig Patienten mit Vorerkrankungen (§ 3 Abs. 1 Nr. 2 CoronaImpfV) geimpft werden. Auch Kontakt­personen von Schwangeren und pflegebedürftigen Personen, die über 70 Jahre alt sind, sowie pflege­bedürftige Personen mit Vorerkrankungen (§ 3 Abs. 1 Nr. 2 CoronaImpfV) können in der Praxis geimpft werden. Abgerechnet wird wie gewohnt über die Quartalsabrechnung. Das gilt sowohl für gesetzlich als auch für privat Versicherte.

Können sich Patienten bei der Impfung in der Praxis ihren Impfstoff frei aussuchen?

Nein, es gibt keinen Anspruch auf einen Wunsch-Impfstoff. Patienten, die ein Impfangebot mit dem Impfstoff von Astrazeneca erhalten und die Impfung mit diesem Impfstoff ablehnen, müssen warten, bis ausreichend Impfstoffe anderer Hersteller in den Praxen verfügbar sind und sie ein erneutes Impfan­gebot bekommen.

Mein Patient benötigt ein Attest zum Nachweis einer Vorerkrankung für die Corona-Schutzimpfung. Muss er die Gebühr für die Bescheinigung selbst bezahlen?

Nein. Die Abrechnung erfolgt dabei analog der Abstrichleistungen bei asymptomatischen Personen nach der Testverordnung über das Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte. Eine Wandlung in den Kostenträger BAS (Bundesamt für Soziale Sicherung: VKNR 38825) erfolgt über die KV Nordrhein. Bei Privatpatienten wird direkt der Kostenträger BAS erfasst. Für das Ausstellen des Attests erhalten Sie eine Vergütung von fünf Euro, abrechenbar über die Symbolnummer (SNR) 97160 – sofern ein postalischer Versand erfolgt zuzüglich 90 Cent (SNR 97161). Alternativ stehen Ihnen hierfür ab April 2021 die bundesweiten SNR 88320 (Attest) und 88321 (Porto) zur Verfügung. Ab dem 1. Juli 2021 sind ausschließlich die SNR 88320 / 88321 abrechnungsfähig.

Ein Patient hat von uns ein Attest bzgl. seiner chronischen Erkrankung erhalten und wird jetzt doch bei uns geimpft. Können wir die SNR 88320 für das Attest und Impfung abrechnen?

Ja, das ist möglich.

Wie ist der Ablaufplan für den Impfstart in den Praxen?

Ab dem 7. April beginnt das Impfen in den Praxen nach bundesweit einheitlichen Regeln. Auch die Abrechnung über die neuen Gebührenziffern ist erst ab diesem Stichtag möglich.

Ursprünglich war vorgesehen, dass Hausärzte und Gynäkologen bereits ab dem 29. März vor allem unter 70-Jährige mit Vorerkrankungen und Kontaktpersonen von Schwangeren mit dem Impfstoff von AstraZeneca impfen können.

Das NRW-Gesundheitsministerium hat uns jedoch vor dem Hintergrund des Beschlusses der Bund-Länder-Konferenz mitgeteilt, dass der geplante Impfstart nicht ab dem 29. März erfolgen kann, da die dafür benötigte Menge an Impfstoffen nicht zur Verfügung steht.

Wie, wo und wann kann ich mich als Impfpraxis registrieren?

Eine Registrierung ist nicht mehr notwendig, da die Distribution der Impfstoffe seit dem 6. April über den Pharma-Großhandel und die Apotheken abgewickelt wird, wie Sie dies auch von anderen Impfstoffen gewohnt sind.

Welche Verpflichtungen gibt es als Impfpraxis?

Praxen die Corona-Impfungen durchführen, verpflichten sich zu den nachfolgenden Tätigkeiten:

  • Aufbewahrung des Impfstoffes sowie rechtzeitige Verimpfung gemäß Fachinformation
  • Leistung: Aufklärung, Impfung, Dokumentation
  • Abrechnung über neue GOPen
  • Erfüllung der Dokumentationspflicht: Ausfüllen Anamnese / Einwilligung / Eintragung in den Impfpass bzw. Impfbescheinigung;
  • Tägliche Kurzmeldung der durchgeführten Impfungen über das Mitgliederportal www.kvnoportal.de für Meldungen an das RKI

Welche Dokumentationsaufgaben müssen die Praxen neben der eigentlichen Impfung erfüllen?

Die Praxen verpflichten sich zu folgenden Dokumentationsaufgaben:

  • Kopien der Anamnese-/Einwilligungsbögen und Aufklärungsbogen werden zur Patientenakte genommen.
  • Ausfüllen des Impfpasses oder der Ersatzbescheinigung.
  • Kurzmeldung am Ende des Impftages im Mitgliederportal. Sollten Sie bisher über keinen Portalzugang verfügen, bitten wir Sie, dies rechtzeitig  vor Durchführung der ersten Corona-Impfungen in Ihrer Praxis unter www.kvnoportal.de nachzuholen.
  • Wichtig: Die GOP für die Abrechnung enthält alle weiteren Informationen für das RKI-Impfmonitoring!

Welche Informationen muss ich im Rahmen der täglichen Kurzmeldung für das RKI übermitteln?

Die Impfverordnung sieht für Praxen die Meldung eines eingeschränkten Datensatzes zu den durchgeführten Impfungen vor. Täglich sind nur die Daten zu übermitteln, die das Robert Koch-Institut für die laufende Beobachtung des Impfgeschehens benötigt.

Diese Angaben sind täglich zu erfassen:

  • die Anzahl der Erstimpfungen aufgegliedert nach Impfstoff
  • die Anzahl der Abschlussimpfungen aufgegliedert nach Impfstoff
  • die Anzahl der über 60-Jährigen bei den Erst- und Abschlussimpfungen

Die Eingabe erfolgt über das Onlineformular im Mitgliederportal www.kvnoportal.de. Eine andere Art der Erfassung – etwa über das KBV-Portal – ist nicht möglich. Eine Abrechnung der Impfziffern kann nur erfolgen, wenn auch die tagesaktuelle Meldung vorgenommen wird.

Angaben zur Impfindikation sowie die Chargennummer werden später mit der Quartalsabrechnung erfasst und durch die KV an das RKI übermittelt. Es gibt keine weiteren Dokumentationsvorgaben. Ärztinnen und Ärzte dokumentieren die Impfungen wie gewohnt in der Patientenakte.

Wie viele Impfstoffdosen erhalte ich als Praxis?

Die Bestellmenge ist zunächst auf 18 bis maximal 50 Impfstoffdosen pro Woche und Ärztin/Arzt begrenzt.

Hinweis: Sie müssen insbesondere zu Beginn damit rechnen, dass Ihre Praxis abhängig vom gesamten Bestellvolumen weniger Dosen erhält als Sie bestellt haben. Eine größere Lieferung als die von Ihnen bestellte Menge ist zunächst ausgeschlossen. Sollte sich hieran etwas ändern, werden wir Sie rechtzeitig informieren.

Wann und wie erhalte ich den Impfstoff?

Praxen bestellen den Impfstoff – wie bei anderen Schutzimpfungen auch – ausschließlich bei der sie primär beliefernden Apotheke. Infos zur Bestellung finden Sie hier.

Die Bestellung des Impfstoffs muss immer bis spätestens Dienstag, 12 Uhr, für die darauffolgende Woche in der Apotheke erfolgen. Die Bestellung für den Impfstart ab 7. April 2021 benötigt die Apotheke daher bereits am Dienstag, den 30. März 2021. Hinweis: Bestellen Sie nur bei einer Apotheke.

Die Anlieferung der Impfstoffe erfolgt immer am Montagnachmittag.

Innerhalb welcher Zeit müssen die Impfstoffe verimpft werden?

Der Impfstoff ist nach dem ersten Öffnen der Durchstechflasche sofort zu verimpfen. In der Fachinformation ist klar geregelt, dass der Impfstoff aus mikrobiologischer Sicht nach dem ersten Öffnen umgehend verwendet werden sollte. Nach dem Anstechen ist der Anwender für Lagerungszeiten und -bedingungen verantwortlich. Zu den Lagerungsbedingungen wird auf die geltende Produktinformation verwiesen.

Wie rechne ich die Impfungen ab? Wie hoch ist das Honorar für die Impfungen? Gibt es spezielle Regelungen für Hausbesuche und Privatpatienten?

Sie erhalten mit dem digitalen Infopaket alle für die Abrechnung der Corona-Impfungen benötigten Informationen. Die wichtigsten Informationen können Sie bereits vorab in unserer Praxisinformation vom 22.03.2021 einsehen.

Wichtig: Die Abrechnung der neuen GOPen ist erst zum Stichtag 7. April möglich. Vertragsärztinnen und-ärzte, die schon vorher im Auftrag der Kommunen Impfungen an priorisierte Gruppen vornehmen, können dies nur als mobile Impfteams eines Impfzentrums tun.

Welche Fachgruppen dürfen Corona-Impfungen durchführen?

Alle Vertragsärztinnen und Vertragsärzte

Welche(n) Impfstoff(e) bekommen die Praxen für die Impfungen zur Verfügung gestellt?

Für die COVID-19-Schutzimpfung wird voraussichtlich in den ersten beiden Wochen nach Impfbeginn, das heißt vom 7. bis 18. April 2021, ausschließlich der mRNA-Impfstoff Comirnaty von BioNTech / Pfizer zur Verfügung stehen. In den folgenden Wochen werden weitere Impfstoffe wie der Vektorimpfstoff COVID-19-Vaccine von AstraZeneca hinzukommen. Darüber hinaus ist voraussichtlich ab der letzten Aprilwoche mit deutlich mehr Impfstoffdosen für die Arztpraxen zu rechnen.

Muss auch bei Impfungen im Rahmen von Hausbesuchen die Nachbeobachtungszeit immer eingehalten werden?

Die vorgesehene Nachbeobachtungszeit (mind. 15-30 Minuten) mit Anwesenheit einer Ärztin / eines Arztes (in Beobachtungs- und Rufweite) muss sowohl bei Impfungen in der Praxis als auch im Rahmen von Hausbesuchen eingehalten werden.

Welche Patienten darf ich impfen? Muss ich mich an die Priorisierungsvorgaben halten?

Die Priorisierung gemäß Impfverordnung muss eingehalten werden. Grundsätzlich gilt, dass zunächst die folgenden Gruppen geimpft werden sollen.

Derzeit stehen Ihre Patientinnen und Patienten mit chronischen Vorerkrankung im Fokus. Ärztinnen und Ärzte haben jedoch die Flexibilität, auf Basis der Impfverordnung nach ärztlicher Einschätzung vor Ort selbst zu entscheiden, wer wann geimpft wird, wenn dies für eine effiziente Organisation der Schutzimpfungen oder eine zeitnahe Verwendung vorhandener Impfstoffe notwendig ist.  

Wie führe ich die RKI-Meldung durch? Gibt es eine Anleitung zur Durchführung der täglichen Kurzmeldung?

Die tägliche Kurzmeldung über die durchgeführten Impfungen erfolgt über eine Anwendung, die auf dem KVNO-Mitgliederportal für Sie zur Verfügung steht. Die RKI-Kurzmeldung muss am selben Tag wie die Impfung erfolgen. Eine Anleitung zur Benutzung des Meldesystems liegt dem digitalen Infopaket bei. Ein Zugang zum Mitgliederportal der KV Nordrhein ist für die Meldung zwingend erforderlich. Sollten Sie bisher keinen Portalzugang (http://www.kvnoportal.de) besitzen, müssen sie dies bis zur Durchführung der ersten Corona-Impfung nachholen.Die tägliche Kurzmeldung über die durchgeführten Impfungen erfolgt über eine Anwendung, die auf dem KVNO-Mitgliederportal für Sie zur Verfügung steht. Die RKI-Kurzmeldung muss am selben Tag wie die Impfung erfolgen. Eine Anleitung zur Benutzung des Meldesystems liegt dem digitalen Infopaket bei. Ein Zugang zum Mitgliederportal der KV Nordrhein ist für die Meldung zwingend erforderlich. Sollten Sie bisher keinen Portalzugang (http://www.kvnoportal.de) besitzen, müssen sie dies bis zur Durchführung der ersten Corona-Impfung nachholen.

Nach welchem Zeitraum sollen Patienten ihre zweite Impfdosis erhalten? Wird die Impfstoffverfügbarkeit für den Zweittermin sichergestellt?

Für den Impfstoff von BioNTech / Pfizer soll die zweite Impfung nach 6 Wochen erfolgen. Für den Impfstoff von AstraZeneca ist die Zweitimpfung nach 12 Wochen vorgesehen. Sie können mit den Patienten sofort einen zweiten Impftermin vereinbaren.

Welche Nebenwirkungen sind im Zusammenhang mit Corona-Impfungen zu erwarten?

Art und Häufigkeit von Nebenwirkungen werden in der Produktinformation des jeweiligen Impfstoffes beschrieben. Darüber sind die Impflinge vorab aufzuklären. Die Verträglichkeit der Impfstoffe wird nach der Zulassung weiter überprüft. Dafür setzt das Paul Ehrlich-Institut (PEI) auf Meldungen von Herstellern, Ärzten und Patienten. Das PEI berichtet über weitere Beobachtungen von Nebenwirkungen und gibt Sicherheitsinformationen heraus: 

https://www.pei.de/DE/newsroom/veroffentlichungen-arzneimittel/sicherheitsinformationen-human/sicherheitsinformationen-human-node.html;jsessionid=751E049D62A442FD9C5CBEAD397CE7CB.intranet212

Bitte beachten Sie den Rote-Hand-Brief zur COVID-19 Vaccine AstraZeneca: Risiko von Thrombozytopenie und Gerinnungsstörungen.

Aktuelle Informationen zu den COVID19  Impfstoffen finden Sie hier:

https://www.pei.de/DE/arzneimittel/impfstoffe/covid-19/covid-19-node.html;jsessionid=A461C7920A0BE39A17DEAD1145BCBEAD.intranet221

Wie gehe ich damit um, wenn Impfstoff übrig bleibt (weil z.B. keine weiteren Impftermine vergeben werden konnten oder Patienten nicht erschienen sind)?

Der Impfstoff ist nach Anbruch des Mehrdosenbehältnisses unverzüglich zu verimpfen. Aus mikrobiologischer Sicht sollte der Impfstoff nach dem ersten Öffnen umgehend verwendet werden. Wenn der Impfstoff nicht umgehend verwendet wird, ist der Anwender für die Lagerungszeiten und -bedingungen während des Gebrauchs verantwortlich.

Weiterhin muss die Impfpriorisierung berücksichtigt werden, d. h. Sie können Personen der höchsten oder der hohen Priorität nach § 2 und § 3 der Impfverordnung impfen. Wenn Verfall droht, kann von der Impfreihenfolge abgewichen werden.  

Welche inhaltlichen und formalen Voraussetzungen gibt es für die Ausstellung eines Attests bzw. ärztlichen Zeugnisses zum Nachweis einer chronischen Erkrankung im Sinne der Corona-Impfverordnung?

Um Ihre eigenen Patienten zu impfen, ist kein Attest erforderlich.

Für Patienten der Prioritätsgruppe 2, die einen Termin im Impfzentrum wahrnehmen wollen, reicht eine formlose Bescheinigung, dass eine Erkrankung im Sinne von Paragraf 3 Ziffer 2 beziehungsweise von Paragraf 4 Ziffer 2 der Coronavirus-Impfverordnung besteht. In den beiden Paragrafen sind die Erkrankungen aufgeführt, bei denen eine Impfung prioritär erfolgen sollte. Sie müssen auf dem Attest keine Details oder Diagnosen angeben.

 KBV-Schaubild Corona-Impfgruppen

Muss ich das Attest bzw. ärztliche Zeugnis auch ausstellen, wenn ich meinen Patienten demnächst in meiner Praxis impfe?

Nein, das ist nicht erforderlich.

Wie muss eine Impfbescheinigung für Kontaktpersonen von Schwangeren/pflegebedürftigen Personen aussehen?

Eine ärztliche Bescheinigung ist in diesem Fall nicht notwendig. Schwangere oder pflegebedürftige Personen sind gehalten, ihre maximal zwei Kontaktpersonen selbst zu benennen und zu bestätigen.

Weitere Fragen und Antworten rund um das Thema Corona und zur Corona-Schutzimpfung finden Sie auf coronavirus.nrw sowie auf coronaimpfung.nrw.

Ist die Impfberatung mehrfach bei einem Patienten abrechnungsfähig?

Die Beratung ist je Anspruchsberechtigten einmalig abrechnungsfähig.

Ist die Impfberatung auch abrechnungsfähig nach der ersten Impfung mit AstraZeneca?

Die Impfberatung ist im Krankheitsfall nicht neben der Impfung abrechnungsfähig.

Ist die Impfberatung nur in unmittelbarem Zusammenhang mit einer bevorstehenden Impfung in der eigenen Praxis abrechnungsfähig?

Eine Impfberatung kann nicht im Zusammenhang mit der Impfung stehen. Wenn die Impfung in der Praxis stattfindet, ist eine Beratung Inhalt der Impfleistung und somit nicht abrechnungsfähig.

Sind Wiederholungstests (PCR-Tests) eine Woche nach Aufnahme in ein Pflegeheim grundsätzlich von der TestV abgedeckt?

Ja, der PCR-Test kann einmalig nach der Aufnahme wiederholt werden (§ 5 der Testverordnung).

Ist der Test von Heimbewohnern nach einem Krankenhaus-Aufenthalt und vor der Wiederaufnahme in das Pflegeheim eine abrechenbare Leistung?

Ja. Die Wiederaufnahme nach einer Krankenhausbehandlung ist ein Fall der Aufnahme nach der Testverordnung. Informationen zur Abrechnung finden Sie hier.

Wer gilt als Kontaktpersonen und darf getestet werden?

Als Kontaktperson I gilt unter anderem, wer in den letzten zehn Tagen mindestens 15 Minuten engen Kontakt mit einem Infizierten hatte – insbesondere in einer Gesprächssituation – oder mit ihm im selben Haushalt lebt bzw. sich in räumlicher Nähe zu einer infizierten Person (Feier, gemeinsames Singen, Sport in Innenräumen) aufgehalten hat. Auch wer eine Benachrichtigung „erhöhtes Risiko“ der Corona-Warn-App erhalten hat, gilt als Kontaktperson. Die verschiedenen Varianten von Kontaktpersonen listet der Paragraf 2 der TestV auf. Informationen des RKI finden Sie hier.

Wie wird eine Kontaktperson festgestellt bzw. wie wird die Testung von Kontaktpersonen durch den ÖGD veranlasst?

Es reicht, wenn die betroffene Person dem Arzt gegenüber schlüssig erklären kann, dass diese eine Kontaktperson ist. Stellt ein Arzt eine Infektion fest, kann er auch Kontaktpersonen wie Familienmitglieder direkt testen – ohne vorherige Absprache mit dem ÖGD. Generell sollte die Testnotwendigkeit in der Arztpraxis dokumentiert werden, damit auch künftig ein Nachweis darüber möglich ist.

Hinweis: Die Nachverfolgung von Kontaktpersonen ist Aufgabe des ÖGD – nicht der Arztpraxis.

Muss ich für die Testungen nach Ausbruchsgeschehen in einer Schule oder Kita einen Auftrag vom ÖGD haben?

Nein, nicht zwingend. Wenn eine Schule/Kita ein Ausbruchsgeschehen formal festgestellt hat, kann durch den Vertragsarzt getestet werden. Informationen zur Abrechnung finden Sie hier.

Ein Patient soll vor Aufnahme in ein Pflegeheim im Auftrag der Einrichtung auf das Coronavirus getestet werden. Kann der Hausbesuch zur Testung als EBM-Leistung abgerechnet werden?

Sofern beim Hausbesuch nur die Abstrichentnahme durchgeführt wird, ist keine Abrechnung des Besuches möglich. Anders ist es, wenn hierbei auch kurative Leistungen erbracht werden.

Ein Privatpatient kommt zur Testung, weil er von der Corona-Warn-App die Benachrichtigung „erhöhtes Risiko“ erhalten hat. Wie ist der Abrechnungsweg?

Es handelt sich um eine asymptomatische Testung nach Testverordnung, die mittels PCR-Test über die SNR 97120 (Kontaktperson) abgerechnet wird. Weitere Informationen finden Sie hier.

Hinweise für Praxen, Pflegeeinrichtungen und andere medizinische Einrichtungen zum Antigen-Schnelltest

Von meiner Kommune habe ich Unterlagen für die Teilnahme an den Bürgertes¬tungen erhalten. Bekomme ich als niedergelassener Arzt auch die darin erwähnte Anschubfinanzierung?

Die Coronateststruktur-Verordnung des Landes sieht die Anschubfinanzierung nur für vom ÖGD beauf­tragte Dritte (z. B. Apotheken) vor. Arztpraxen werden nicht separat beauftragt, sondern können ohne Beauftragung Bürgertestungen nach Bundes-Testverordnung durchführen, sofern Kapazitäten in der Praxis vorhanden sind.

Erhalte ich eine Teststellennummer zur Bürgertestung nur dann zugeteilt, wenn ich auch am Wochenende und im Umfang von mindestens 20 Stunden pro Woche teste?

Jeder Leistungserbringer, der die Teilnahme an der Bürgertestung beim Kreis/der kreisfreien Stadt anmeldet, bekommt eine Teststellennummer zugeteilt – egal ob Arzt oder andere beauftragte Leis­tungserbringer wie Apotheken. Die Teststellennummer wird benötigt, um die täglichen Testzahlen an den Kreis/die Stadt zu übermitteln. Mindeststandards wie z. B. mindestens 20 Stunden/Woche und Bereitschaft zu Testungen am Wochenende – gelten allerdings nur für beauftragte Leistungserbringer (Apotheken, private Testzentren etc.), nicht für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte.

Wie ist die Vorgehensweise bei der Testung von Dialyse-Patienten?

Die Dialyse-Einrichtung kann vor Aufnahme einer Dialysebehandlung einen präventiven PCR-Test beauftragen, hier ist für den Abstrich die 97120 abrechenbar.

Während des Behandlungszeitraums kann die Einrichtung den Patienten einmal wöchentlich erneut testen – mittels PoC-Antigentest (Schnelltest), sofern der ÖGD keine andere Testmethode angeordnet hat. In diesem Fall sind nur die Sachkosten und keine Abstrichleistungen abrechenbar.

Die Abrechnung der Sachkosten erfolgt auf den Namen des Patienten.

Als Arzt darf ich mein Praxispersonal testen. Mich selbst auch?

Ja, auch Sie als Arzt haben Anspruch auf einen Schnelltest (PoC-Antigentest), genauso wie Ihr Praxis- und Reinigungspersonal. Die Sachkosten können abgerechnet werden, der Abstrich nicht. Informationen zur Abrechnung finden Sie hier.

Sind auch Ärzte verpflichtet, ihren Beschäftigten Testungen anzubieten?

Ja, Vertragsarztpraxen sind auch Arbeitgeber im Sinne des Arbeitsschutzgesetzes (§ 2 Abs.3). Die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung gilt.

Wer bezahlt die Beschäftigten-Testung nach dem Arbeitsschutzgesetz? Gilt das auch für Vertragsarztpraxen?

Grundsätzlich die Arbeitgeber. Hier profitieren unsere Vertragsarztpraxen von der BMG-TestV. Diese begründet für Mitarbeiter der in § 4 Abs.2 benannten Gesundheitseinrichtungen Ansprüche auf Testung zulasten des Kostenträgers BAS; d.h. Vertragsarztpraxen rechnen Beschäftigten-Testungen als Personaltestungen entsprechend unserer Vergütungsübersicht ab.

Muss der ÖGD ein Testkonzept bei z.B. Arztpraxen und z.B. auch Physiotherapiepraxen feststellen?

Nein. Die Beschäftigten in diesen Einrichtungen können einmal wöchentlich von einem Vertragsarzt mit einem Schnelltest (PoC-Antigentest) getestet werden, ohne dass der ÖGD ein Testkonzept feststellen muss.

Wie und wo kann ich Schnelltests (PoC-Antigentests) beziehen?

Schnelltests können nicht über den Sprechstundenbedarf bezogen werden, sondern nur über den medizinischen Fachhandel oder die Apotheke bzw. den pharmazeutischen Großhandel. Es dürfen nur solche Schnelltests verwendet werden, die im Internet-Angebot des BfArM aufgeführt sind. Informationen zur Abrechnung finden Sie hier.

Muss die Anwender-Schulung für den Schnelltest (PoC-Antigentest) durch einen Arzt erfolgen oder kann das auch eine MFA oder NäPa machen?

Ein Arzt kann die SNR 97124 nur dann ansetzen bzw. erhält die Vergütung von 70 Euro je Einrichtung nur dann, wenn er das Personal selbst geschult hat. Informationen zur Abrechnung finden Sie hier.

Ein Schnelltest (PoC-Antigentest) bei einer Krankenschwester oder bei einem Pfleger im Heim ist positiv. Wie ist das weitere Vorgehen?

Zunächst muss der ÖGD informiert werden. Zudem muss sich die betroffene Person zusätzlich mit einem PCR-Test testen lassen. Der PCR-Test (Bestätigungstest) wird seit dem 08.03.2021 über das Muster OEGD mit einem handschriftlichen Vermerk (vorher Muster 10C) veranlasst.

PoC-Antigentests: Müssen Original-Rechnungen eingereicht werden (analog der regulären Sachkosten-Abrechnung)?

Nein. Die Rechnungen müssen nicht eingereicht werden. Allerdings müssen die Rechnungen bis zum 31. Dezember 2024 aufbewahrt werden.

Muss im Rahmen der Samstagssprechstunde eine genaue Zeit als Infektionssprechstunde festgelegt werden?

Wie die Infektionssprechstunde organisiert wird, obliegt der Praxis.

Wenn der Patient bereits beim Arzt in Behandlung ist und die Versichertenpauschale bereits im Quartal abgerechnet wurde, darf er dann die Inanspruchnahme am Samstag (GOP 01102) zusammen mit der Symbolnummer 97151 abrechnen?

Ja.

Muss die Infektionssprechstunde immer in der eigenen Praxis stattfinden?

Wenn ein anderer Raum im gleichen Haus genutzt wird oder in unmittelbarer Nähe zum Gebäude (z. B. im Garten, auf einem Parkplatz) ein Container aufgestellt wird, kann die Infektionssprechstunde standortrechtlich dort durchgeführt werden.

Wird die Infektionssprechstunde an einem weiteren Ort in räumlicher Nähe angeboten, ist der Standort als ausgelagerter Praxisraum anzeigepflichtig.

Wie ist der Begriff „räumlich und / oder zeitlich getrennt“ definiert?

Das Konzept zur Infektionssprechstunde wird durch die Praxis festgelegt, es gibt hierzu keine Vorgaben.

Ist der Besuch einer Pflegeeinrichtung im Rahmen der COVID-19-Verdachts- / Ausschlussfälle (Beauftragung durch ÖGD, Kostenträger BAS) auch eine Infektionssprechstunde?

Nein.

Können symptomlose Kontaktpersonen in der Infektionssprechstunde mit den Ziffern 88240, 97150/97151 zuzüglich Versichertenpauschale plus SNR 97120 abgerechnet werden?

Für symptomlose Patienten ist die 97150/97151 nicht abrechnungsfähig. Nur wenn der Verdacht oder die bereits bestätigte Diagnose vorliegt, können die Ziffern 97150/97151, 88240 zuzüglich Versichertenpauschale abgerechnet werden. Die SNR 97120 kann dann nicht abgerechnet werden.

Kann nach Benachrichtigung „erhöhtes Risiko“ durch die Corona-Warn-App neben der Versichertenpauschale auch die 97150/97151 abgerechnet werden?

Da die 88240 für die Corona-Warn-App nicht abgerechnet werden kann, ist auch die Ziffer 97150/97151 nicht abrechnungsfähig. Grundsätzlich soll die Corona-Warn-App nach Testverordnung über die SNR 97120 abgerechnet werden.

Quarantäneregelungen des MAGS NRW

Ich habe Erkältungssymptome oder einen positiven Schnelltest (PoC). Nun wurde ein PCR-Test gemacht. Muss ich in Quarantäne, wenn das Ergebnis des PCR-Tests noch nicht vorliegt?

Ja, bis zum Vorliegen des negativen Ergebnisses. Ist das Ergebnis positiv, müssen Sie automatisch in Quarantäne verbleiben.

Brauche ich eine behördliche Anordnung für die Quarantäne nach einem positiven PCR-Test?

Nein. Menschen mit einer per PCR-Test (nicht Schnelltest) nachgewiesenen Corona-Infektion müssen automatisch ab Mitteilung des Testergebnisses in Quarantäne. Die Quarantäne beginnt somit nicht erst mit Erhalt eines behördlichen Quarantänebescheids.

Ist für Personen, die mit einer positiv getesteten Person in einer häuslichen Gemeinschaft leben, eine Verkürzung der Quarantäne möglich?

Diese Personen müssen automatisch für 14 Tage in Quarantäne, die mit Bekanntwerden des positiven Testergebnisses des Haushaltsmitglieds (Primärfall) beginnt. Die Quarantäne kann verkürzt werden. Dafür ist frühestens zehn Tage nach Testung (Abstrich) des Primärfalls ein Schnelltest (PoC) oder PCR-Test notwendig. Ist das Testergebnis negativ, kann die Quarantäne beendet werden. Abgerechnet werden können die Abstriche für diese Tests mit der SNR 97120. Treten während der Quarantänezeit Symptome auf, ist das Gesundheitsamt zu kontaktieren.

Infos für geimpfte Kontaktpersonen finden Sie hier.

Ist auch für andere Kontaktpersonen eine Verkürzung der Quarantäne möglich?

Über die Quarantäne und Quarantänedauer von Kontaktpersonen, die keine Haushaltsangehörigen und nicht selbst infiziert sind, entscheidet die örtliche Gesundheitsbehörde. Auch entscheidet diese, ob und wann eine Testung zur Verkürzung der Quarantäne möglich ist. Sofern ein Abstrich in diesem Zusammenhang vorgenommen wird, kann dieser mit der SNR 97120 abgerechnet werden. Treten während der Quarantänezeit Symptome auf, ist das Gesundheitsamt zu kontaktieren.

Infos für geimpfte Kontaktpersonen finden Sie hier.

Eine Person möchte die Quarantäne durch einen Corona-Test verkürzen. Kann Sie zum Zwecke der Testung die Quarantäne unterbrechen?

Personen, die mit einer positiv getesteten Person in einer häuslichen Gemeinschaft leben, dürfen die Quarantäne für die Durchführung eines Corona-Tests sowie die dazu erforderliche unmittelbare Hin- und Rückfahrt unterbrechen. Andere Kontaktpersonen benötigen für die Unterbrechung der Quarantäne zum Zwecke der Testung eine Zustimmung des Gesundheitsamtes.

Kann die Quarantäne bei bestätigter Infektion oder bei Verdacht auf eine Corona-Infektion für einen Arztbesuch unterbrochen werden?

Ja, wenn dieser zwingend notwendig ist. Es bedarf hierzu jedoch der vorherigen Zustimmung des Gesundheitsamts.

Ich möchte meinen Patienten Videosprechstunden anbieten. Welche Videodienstanbieter kann ich dafür nutzen?

Die Organisation von Videosprechstunden ist denkbar einfach: Der Arzt oder Psychotherapeuten wählt einen zertifizierten Videodienstanbieter aus, der für einen reibungslosen und sicheren technischen Ablauf der Videosprechstunde sorgt. Arzt und Patient benötigen im Wesentlichen einen Bildschirm mit Kamera, Mikrofon und Lautsprecher sowie eine Internetverbindung. Eine zusätzliche Software ist nicht erforderlich.

 Zertifizierte Videodienstanbieter (PDF, 90 KB)

 Mehr Infos

Welche Leistungen können über die Videosprechstunde angeboten werden?

Ärzte und Psychotherapeuten können unbegrenzt Videosprechstunden anbieten, bei allen Indikationen und auch bei neuen Patienten. Fallzahl und Leistungsmenge sind nicht begrenzt.

Mehr Infos

Corona-Tests in der Arztpraxis: Vergütungsübersicht (PDF, 580 KB)

Darf ich als Kinderarzt die Abstriche bei symptomlosen Erwachsenen durchführen?

Kinderärzte können Abstrichentnahmen bei symptomlosen Erwachsenen durchführen. Testungen bei symptomatischen Erwachsenen dürfen sie jedoch nicht durchführen.

In welchen Fällen ist die Abstrichentnahme im Zusammenhang mit COVID-19 eine EBM-Leistung und über die KVNO abrechenbar?

Anspruch auf eine vertragsärztliche Untersuchung und ggf. einen Abstrich zur Feststellung einer COVID-19-Infektion haben Personen mit Symptomen, die auf eine mögliche COVID-19-Infektion hinweisen (kurativer Test gemäß RKI-Kriterien).

Die Abrechnung für diese Fälle erfolgt nach EBM:

  • Kurative Tests: mit Versicherten-, Grund-, Konsiliar- und/oder Notfallpauschale – GOP 02402; ohne Versicherten-, Grund-, Konsiliar- und/oder Notfallpauschale – GOP 02402 plus 02403; zusätzlich Kennziffer 88240 extrabudgetär (jeweils am Behandlungstag); ggf. weitere GOP bei Hausbesuch; Veranlassung Labor mit Muster 10C (GOP 32816 – Auftrag zur diagnostischen Abklärung) oder Muster 10 (GOP 32779 – Antigentest-Labortest (nicht Antigen-Schnelltest/POC))

 Corona-Tests in der Arztpraxis: Vergütungsübersicht (PDF, 580 KB)

Wir wurden vom Gesundheitsamt beauftragt, in Pflegeheimen Personen ohne Symptome einer möglichen COVID-19-Infektion zu testen. Können wir die Abstrichentnahme direkt mit der KV abrechnen?

Aktuelle Informationen zur Abrechnung der Abstrichentnahme von asymptomatischen Patienten in Pflegeheimen finden Sie in unserer Vergütungsübersicht.

 Corona-Tests in der Arztpraxis: Vergütungsübersicht (PDF, 580 KB)

Wie wird das Labor bei der Durchführung von COVID-19-Tests im Auftrag des Gesundheitsamts beauftragt und abgerechnet?

Die Info über das zu verwendende Muster finden Sie in unserer Vergütungsübersicht.

 Corona-Tests in der Arztpraxis: Vergütungsübersicht (PDF, 580 KB)

Wo erhalte ich die Muster OEGD und Muster 10C?

Beide Muster erhalten Sie über unseren Formularversand.

 Zum Formularversand der KVNO

Eine Patientin oder ein Patient ohne feststellbare Symptome einer möglichen COVID-19-Infektion möchte sich in meiner Praxis testen lassen. Kann ich die Abstrichentnahme über die KVNO abrechnen?

In welchen Fällen Sie auch Tests von Personen ohne Symptome über die KVNO abrechnen können, zeigt die  Vergütungsübersicht. Wünscht eine Person einen PCR-Test aus einem Grund, der nicht in der Übersicht dargestellt ist – zum Beispiel vor Reisen, dann muss die Person den Test grundsätzlich privat bezahlen.

 Corona-Tests in der Arztpraxis: Vergütungsübersicht (PDF, 580 KB)

Eine Patientin oder ein Patient hat von der Corona-Warn-App die Benachrichtigung über ein „erhöhtes Risiko“ erhalten und möchte sich auf COVID-19 testen lassen. Kann ich die ärztliche Leistung dafür über die KVNO abrechnen?

Ja, Personen, die über die neue Corona-Warn-App die Benachrichtigung über ein „erhöhtes Risiko“ erhalten haben, haben nach aktueller Testverordnung Anspruch auf einen PCR-Test durch eine Vertragsärztin/einen Vertragsarzt. Abrechnung mit Symbolnummer 97120 (15 Euro). Weitere Informationen finden Sie in unserer Vergütungsübersicht.

 Corona-Tests in der Arztpraxis: Vergütungsübersicht (PDF, 580 KB)

 Corona-Tests in der Arztpraxis: Vergütungsübersicht (PDF, 580 KB)

 PraxisInfo: Coronavirus – Empfehlungen zum Kodieren (PDF, 421 KB)

Wer hat die Kosten für einen Corona-Test vor einer voll- oder teilstationären Krankenhausbehandlung zu tragen?

Das Krankenhaus ist hier im Rahmen der vorstationären Behandlung zuständig.

Wie rechnen wir die Testung von asymptomatischen Personen ab, wenn die Person privat versichert ist? Bekommt diese eine Privatrechnung?

Nein. Es muss ein ambulanter Schein angelegt werden, der wie bei einem GKV-Patienten über die Quartalsabrechnung an die KV übermittelt wird. Für die Person werden der jeweilige Kostenträger und auch die entsprechenden Symbolnummern manuell eingetragen. Es ist ausreichend den entsprechenden Kostenträger einmalig in der Kostenträgerstammdatei im PVS System anzulegen. Sollten Sie Probleme haben den Schein für privat versicherte Personen anzulegen, wenden Sie sich bitte an Ihr Softwarehaus.

Was ist bei der Abrechnung zu beachten?

 Corona-Tests in der Arztpraxis: Vergütungsübersicht (PDF, 580 KB)

Alle aufgrund des Verdachts auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 oder einer nachgewiesenen Infektion erforderlichen ärztlichen Leistungen werden seit dem 1. Februar in voller Höhe extrabudgetär honoriert. Darauf haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKS-Spitzenverband geeinigt. Sie sind mit der EBM-Ziffer 88240 abzurechnen.

Der Bewertungsausschuss hat außerdem mit Wirkung zum 28. Februar 2020 die Untersuchungsindikation der Gebührenordnungsposition (GOP) 32816 (labordiagnostische Untersuchung) aktualisiert. Demnach ist das bevorzugte Untersuchungsmaterial für den Nachweis einer möglichen Corona-Infektion ein Oropharynx- und/oder Nasopharynx-Abstrich, wie bei der Influenza-Diagnostik. Der Abstrich ist mit einem trockenen Stäbchen durchzuführen. Die GOP 32816 ist einmal am Behandlungstag berechnungsfähig.

Bei durch SARS-CoV-2 ausgelösten Covid-19-Erkrankungen und dem Verdachtsfall besteht eine Meldepflicht. Daher ist die Kennnummer 32006 zu berücksichtigen, denn bei der Ermittlung des arztgruppenspezifischen Fallwertes bleiben alle in diesem Zusammenhang erbrachten Leistungen unberücksichtigt.

Die Untersuchungsindikation für eine Testung auf SARS-CoV-2 stellt die Ärztin/der Arzt nach eigenem Ermessen unter Berücksichtigung der Kriterien des Robert Koch-Instituts (RKI).

Aufgrund der neuartigen Coronavirus-Krankheit hat sich die KBV dazu entschlossen, die ICD-10-Stammdatei rückwirkend zum 1. Januar 2020 anzupassen und auszuliefern. Die neue Schlüsselnummer lautet: U07.1! COVID-19 (Coronavirus-Krankheit-2019). Die aktualisierte deutsche Version der ICD-10, die Prüfmodule und den Prüfassistenten finden Sie unter den folgenden Links

 Stammdatei

 Prüfmodule

 Prüfassistent

In den zuständigen Gremien wurde eine Belegung der Schlüsselnummer U07.1! COVID-19 in der WHO-Version der ICD-10 umgesetzt. Damit ist die vorübergehend verwendete Bezeichnung der WHO „2019-nCoV acute respiratory disease“ aufgehoben.

Für die deutsche Version der ICD-10 (ICD-10-GM) wurde der WHO-Kode als Sekundärschlüsselnummer (Ausrufezeichenschlüsselnummer) mit der Bezeichnung U07.1! COVID-19 (Coronavirus-Krankheit-2019) angelegt.

 Hinweise und Beispiele zur Kodierung von COVID-19

Besteht Anspruch auf Entschädigung, wenn die Praxis geschlossen werden muss?

Über eine eventuell notwendige Praxisschließung nach einem positiven Test auf das Coronavirus entscheidet das zuständige Gesundheitsamt. Darauf weist die KBV hin. Im Fall der angeordneten Schließung hat der Praxisinhaber einen Entschädigungsanspruch gegenüber dem Staat, der auch für die Lohnfortzahlung der Angestellten gilt. Wie dieser Anspruch geltend gemacht werden kann, regeln die zuständigen Behörden.


In Nordrhein ist das die:
LVR-Zentralverwaltung Köln-Deutz
Kennedy-Ufer 2 | 50679 Köln
Telefon: 0221 – 809-0
E-Mail: post@lvr.de

Praxisinformation zur Entschädigung der KBV

Wie wird ein Corona-(Verdachts-)Fall gekennzeichnet und welcher ICD-Code wird hier angegeben?

Fälle, bei denen ein klinischer Verdacht vorliegt oder eine Infektion mit dem SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde, sind mit der Ziffer 88240 zu kennzeichnen. Dies gilt auch, wenn der Patient durch die Terminservicestelle (Patientenservice 116117) vermittelt wurde. Die ärztlichen Leistungen werden seit 1. Februar in voller Höhe extrabudgetär bezahlt.

Empfehlungen zum Kodieren finden Sie unter:

PraxisInfo: Coronavirus – Empfehlungen zum Kodieren (PDF, 421 KB)

Pandemie-Handbuch (PDF, 1.700 KB)

Handlungsempfehlung für Hausarztpraxen

Empfehlungen des RKI zu Hygienemaßnahmen im Rahmen der Behandlung und Pflege

Hinweise des RKI zur Verwendung von Masken

Hinweise des RKI zum An- und Ablegen der persönlichen Schutzausrüstung

Wann und wo erhalten wir wieder Schutzmaterial?

Ihren Bedarf an Schutzmaterial können Sie jetzt über das KVNO Portal online anmelden. Dort befindet sich unter „Services“ die Rubrik „Corona-Schutzmaterial“ und ein Bestellformular. Sobald für Ihre Region ein Termin für die Ausgabe festgelegt ist, können Sie die Bestellung dort durchführen.

So gehen Sie vor: Nach dem regulären Log-in geht es über den Bereich „Services“ in die Rubrik „Corona-Schutzmaterial“ und von dort zum Bestellformular. Im Bestellformular muss zunächst der Leistungsort angegeben werden. Danach richtet sich, an welchem der vier Ausgabestationen das Material abgeholt werden kann. Anschließend ist im KVNO-Portal anzugeben, an welchem Tag und in welchem Zeitfenster die Bestellung abgeholt wird. Dies ist möglich, sobald ein Ausgabedatum für eine Ausgabestation festgelegt ist. Beachten Sie bitte die Anmeldefristen.

Die Bestellung muss nicht von Ihnen persönlich abgeholt werden. Sie können auch jemanden mit der Abholung beauftragen. Diese Person muss jedoch den QR-Code von Ihnen erhalten, um den Anspruch auf das Schutzmaterial für Ihre Praxis nachzuweisen.

 KVNO-Portal

Besteht die Maskenpflicht während einer Therapiesitzung?

Nach der Coronaschutzverordnung-CoronaSchVO (Fassung vom 30. Mai 2020) § 2 Absatz 3 Nr. 8 besteht grundsätzlich eine Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. Hiervon ausgenommen werden können Personen, die aus medizinischen Gründen keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen können, zudem kann die Verpflichtung  durch andere wirksame Schutzmaßnahmen (z. B. Abtrennung des Arbeitsplatzes durch Glas, Plexiglas o. ä.) ersetzt werden. Hier können individuelle Lösungen unter Berücksichtigung der Abstandsregelung und der Hygienemaßnahmen in der Verantwortung des Psychotherapeuten/der Psychotherapeutin gefunden werden.

Wie rechnen Vertragsärztinnen und -ärzte die Sachkosten für PoC-Schnelltests richtig ab?

Vertragsärztinnen und -ärzte rechnen die Sachkosten für die PoC-Tests über ihre Quartalsabrechnung ab. Details zur Abrechnung finden Sie in unserer Vergütungsübersicht

 Vergütungsübersicht Tests auf SARS-CoV-2 in der Arztpraxis (PDF, 650 KB)

Für Nicht-KV-Mitglieder gibt es einen anderen Abrechnungsweg über das KVNO-Portal nach vorheriger Registrierung.

Überblick: In diesen Fällen entfällt das Einlesen der eGK

Welche Verordnungen können ohne persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt nach telefonischer Rücksprache ausgestellt und postalisch verschickt werden? Wie werden diese Leistungen abgerechnet?

Bei medizinischer Notwendigkeit können im Rahmen eines anderen Arzt-Patienten-Kontaktes Folge-Arzneimittelverordnungen (Wiederholungsrezepte), Überweisungsscheine und/oder anderen ärztlichen Verordnungen ausgestellt und diese per Post an den Versicherten versendet und abgerechnet werden.

Konkret umfasst dies folgende Vordrucke:

  • Folge-Arzneimittelverordnungen (auch BtM-Rezepte)
  • Verordnungen einer Krankenbeförderung (Muster 4)
  • Überweisungen (Muster 6 und 10) und
  • Folgeverordnungen für die häusliche Krankenpflege (Muster 12) sowie für Heilmittel (Muster 13, 14, und 18)

Für den Versand kann in diesen Fällen die Gebührenordnungsposition 88122 angesetzt werden.

Alle Sonderregelungen finden Sie hier.

Muss ein Patient für Arzneimittelrezepte und andere Verordnungen sowie Überweisungen seine elektronische Gesundheitskarte (eGK) jedes Quartal neu einlesen lassen?

Praxisinfo: Rezepte ohne Einlesen der eGK (PDF, 170 KB)

Da es sich um bekannte Patienten handelt, gilt für das Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) das übliche Verfahren: Findet in einem Quartal ausschließlich ein telefonischer Kontakt statt, übernehmen Ärzte die Versichertendaten aus der Patientenkartei. Die Vorlage der eGK ist in diesem Fall nicht erforderlich. Der Fall wird in der Abrechnung erfasst und zählt auch in der Prüfung nach Durchschnittswerten.

Dies gilt für folgende Verordnungen:

  • Folgeverordnungen für Arzneimittel (einschließlich BtM-Rezepte)
  • Verordnung einer Krankenbeförderung (Muster 4)
  • Überweisungen (Muster 6 und 10)
  • Folgeverordnungen für häusliche Krankenpflege (Muster 12)
  • Folgeverordnungen für Heilmittel (Muster 13 Physiotherapie und Podologie, Muster 14 Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie, Muster 18 Ergotherapie und Ernährungstherapie).

Hinweise zur Verordnung von Arzneimitteln

Ärzte sollten im Hinblick auf die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie bei der Verordnung von Arzneimitteln folgende Punkte besonders berücksichtigen:

  • Keine Mehrfachverordnungen: Insbesondere bei chronisch kranken Patienten wie im bisher gewohnten Umfang verordnen (z.B. mit einer N3-Packung).
  • Keine zusätzlichen Privatrezepte: Soweit aus ärztlicher Sicht nicht erforderlich, sollte hierauf verzichtet werden. Die Arzneimittel stehen dann den Patienten zur Verfügung, die diese dringend benötigen.
  • Aut-idem ermöglichen: Stellen Sie wenn möglich eine Wirkstoffverordnung aus und wenden Sie das Austauschverbot (Aut-idem-Kreuz) nur in medizinisch begründeten Einzelfällen an.

Ziel ist es, Versorgungsengpässen bei Arzneimitteln vorzubeugen und im Fall von temporären Engpässen die Verfügbarkeit von davon betroffenen Arzneimitteln zu verlängern.

Kann ich auch telefonisch eine AU-Bescheinigung ausstellen, wenn der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus besteht?

Ja. Patienten, die an leichten Atemwegserkrankungen leiden, können telefonisch bis zu sieben Kalendertage krankgeschrieben werden (Muster 1). Die niedergelassenen Ärzte müssen sich dabei persönlich vom Zustand der Patientin oder des Patienten durch eine eingehende telefonische Befragung überzeugen. Eine einmalige Verlängerung der Krankschreibung kann telefonisch für weitere sieben Kalendertage ausgestellt werden.

Auch die Ausstellung einer „Ärztlichen Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei der Erkrankung eines Kindes“ (Muster 21) ist wieder telefonisch möglich. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat dazu eine entsprechende Vereinbarung mit dem GKV-Spitzenverband getroffen.

Die Versicherten- beziehungsweise Grundpauschale kann abgerechnet werden, wenn der Patient in dem Quartal mindestens einmal in der Praxis war oder einen Arzt-Kontakt per Videosprechstunde hatte. Bleibt es in dem Quartal bei einem telefonischen Kontakt, ist die Bereitschaftspauschale (GOP 01435) berechnungsfähig.

Die Kosten für den postalischen Versand der AU-Bescheinigung werden von den Krankenkassen mit 90 Cent übernommen. Ärzte rechnen dazu die Pseudo-GOP 88122 für das Porto ab.

Hat eine Patientin/ein Patient in häuslicher Quarantäne Anspruch auf eine AU-Bescheinigung?

Nur wenn der Patient krankheitsbedingt arbeitsunfähig ist. Erwerbstätige, die wegen einer angeordneten Quarantäne einen Verdienstausfall erleiden, haben in der Regel einen Anspruch auf finanzielle Entschädigung. Das zuständige Gesundheitsamt informiert die Betroffenen über die bestehenden Möglichkeiten.

Ist es auch möglich, dem Patienten die AU-Bescheinigung zu faxen?

Nein, denn der Versicherte muss bei seinem Arbeitgeber den Papierausdruck einreichen. 

Kann ein Patient, der mittelbaren Kontakt zu einem Verdachtsfall hatte, eine AU-Bescheinigung verlangen, wenn sein Arbeitgeber ihn bittet, bis zum Vorliegen des Testergebnisses nicht zum Arbeitsplatz zu kommen?

Nein, ein Patient, der mittelbaren Kontakt – also Kontakt über eine weitere Person – zu einem Verdachtsfall hatte und selbst keine Symptome aufweist, erfüllt die Voraussetzungen der Arbeitsunfähigkeit nicht. Wenn der Arbeitgeber in diesen Fällen kein Homeoffice ermöglicht, den Patienten aber dennoch nach Hause schickt, befindet sich der Arbeitgeber im sogenannten Annahmeverzug und muss weiterhin das Gehalt zahlen. 

Dies gilt im Übrigen auch für Patienten, die unmittelbaren Kontakt zu einem Verdachtsfall hatten und selbst keine Krankheitssymptome aufweisen. 

Was rechne ich ab, wenn ich den Patienten in der Videosprechstunde AU geschrieben habe und die AU per Post an den Patienten schicke?

Für die postalische Versendung der AU (Muster 1) an den Patienten bei Patientenkontakt im Rahmen einer Videosprechstunde rechnen Sie die 40128 ab. Als Kostenpauschale für die Bescheinigung Muster 21 an den Patienten bzw. die Bezugsperson bei Patientenkontakt im Rahmen einer Videosprechstunde, rechnen sie die 40129 ab.

Diese Kostenpauschalen sind nur so lange berechnungsfähig, bis ein verbindliches elektronisches Muster 1 bzw. Muster 21 zur Verfügung steht und diese auf dem elektronischen Weg an den Patienten versendet werden können.

Eltern sollen aufgrund der coronabedingten Schul- und Kitaschließung mehr Kinderkrankentage bekommen – auch, wenn das Kind nicht krank ist. Nun kommen vermehrt Eltern in meine Kinderarztpraxis und möchten, dass ich ihnen ein Attest (Muster 21) ausstelle,

Nein, bitte verwenden Sie das Muster 21 vorerst weiterhin nur dann, wenn eine entsprechende Diagnose beim Kind vorliegt – und das Kind auch tatsächlich krank ist.
Die in der Ministerpräsidentenrunde mit der Bundeskanzlerin am 5. Januar beschlossene Erweiterung der Kinderkrankentage und die Ausweitung der Regelung auch auf gesunde Kinder, die wegen der Kita- und Schulschließungen zuhause betreut werden müssen, ist bisher lediglich eine politische Absichtserklärung. Es gibt dafür noch keine Rechtsgrundlage. Sobald es eine gesetzliche Regelung dazu gibt, informieren wir Sie. Weisen Sie Ihre Patienten bitte darauf hin, dass sie sich für weitere Informationen auch an ihre Krankenkasse wenden können.

Welche Hygienemaßnahmen sollten in medizinischen Einrichtungen bei der Pflege und Behandlung von Patientinnen und Patienten mit unspezifischen akuten respiratorischen Infektionen getroffen werden?

Infos zu Hygienemaßnahmen in medizinischen Einrichtungen finden Sie hier.

Darf ich einen Patienten aufgrund einer (chronischen) Erkrankung von der Maskenpflicht befreien?

Das RKI hat Empfehlungen für die Hygienemaßnahmen und Infektionskontrolle bei Patienten mit Pneumonien, verursacht durch das neuartige Coronavirus, erstellt. Aus der Coronaschutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen geht hervor, dass eine Ausnahme von der Maskenpflicht besteht, wenn das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung aus medizinischen Gründen unzumutbar ist. Da die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes aus einer Rechtsverordnung des Landes resultiert, kann der Arzt keine Befreiung von dieser Pflicht aussprechen.

Allerdings ist es möglich, dass der Arzt dem Patienten attestiert, dass ihm aus medizinischen Gründen das Tragen einer Maske im Sinne der Coronaschutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen unzumutbar ist. Ob für ein solches Attest eine Angabe der genauen Erkrankung notwendig ist, wurde bisher von der Landesregierung nicht konkretisiert. Allerdings spricht nichts dagegen, wenn der Patient dies ausdrücklich verlangt. Dieser Wunsch des Patienten sollte zumindest dezidiert in die Dokumentation des Arztes einfließen.

Was bedeutet häusliche Quarantäne?

Eine weitere Ausbreitung des neuartigen Coronavirus soll so weit wie möglich verhindert oder zumindest verlangsamt werden. Hierfür ist es notwendig, die Personen, die Kontakt zu Menschen hatten, bei denen das neuartige Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde, möglichst lückenlos zu identifizieren und ihren Gesundheitszustand für die maximale Dauer der Zeit, die zwischen einer Ansteckung und dem Auftreten von Krankheitszeichen (14 Tage) liegt, in häuslicher Quarantäne zu beobachten. In dieser Zeit ist das Gesundheitsamt mit den Betroffenen täglich in Kontakt, um den Gesundheitszustand zu beobachten und rasch zu handeln, falls Krankheitszeichen auftreten sollten. Gleichzeitig werden die Kontakte der Betroffenen auf ein Minimum reduziert, damit das Virus im Zweifelsfall nicht weiterverbreitet werden kann.

Wann endet die Quarantäne?

Das RKI hat Kriterien zur Entlassung aus dem Krankenhaus bzw. aus der häuslichen Isolierung auf seiner Webseite veröffentlicht.

Mehr Infos

Wie sollen sich Patientinnen und Patienten derzeit schützen?

Wie bei Influenza und anderen Atemwegserkrankungen schützen das Einhalten der Husten- und Nies-Etikette (husten und niesen in die Armbeuge), eine gute Händehygiene sowie Abstand zu Erkrankten (etwa 1 bis 2 Meter) auch vor einer Übertragung des neuartigen Coronavirus.

BZgA: allgemeine Hygienetipps zum Schutz vor Infektionskrankheiten

Wie wird der Rachenabstrich auf SARS-CoV-2 durchgeführt?

Das bevorzugte Untersuchungsmaterial für den Nachweis einer möglichen Infektion mit dem SARS-CoV-2 ist ein Oropharynx- und/oder Nasopharynx-Abstrich, wie bei der Influenza-Diagnostik.

Video: Durchführung des Nasopharynx- und Oropharynx-Abstrichs

Wie und wo erhalten Bürgerinnen und Bürger einen Termin zur Impfung?

Impfberechtigte Bürgerinnen und Bürger in Nordrhein können beide notwendigen Impftermine telefonisch über die kostenlose Hotline 0800 116 117 01 oder online über termin.corona-impfung.nrw vereinbaren.  Telefonisch vereinbarte Termine werden postalisch, Online-Termine per E-Mail bestätigt.

Wie kann man seinen Impftermin absagen/verschieben?

Eine Absage oder Verschiebung eines Impftermins kann über die Rufnummer 0800 116 117 01 erfolgen, wenn der Termin telefonisch vereinbart wurde, oder online unter termin.corona-impfung.nrw mit den persönlichen Zugangsdaten, wenn der Impftermin online gebucht worden ist.

Wo sind die Standorte der 28 nordrheinischen Impfzentren?

Einen Überblick über die Impfzentren in Nordrhein erhalten Sie auf coronaimpfung.nrw/impfzentren.
Informationen zu den örtlichen Gegebenheiten (etwa zur Parksituation) entnehmen Sie bitte den allgemeinen Informationen zum Standort des Impfzentrums (z. B. über Google Maps oder auf den jeweiligen Internetseiten der Kommunen).

Wie läuft die Impfung in den Impfzentren ab?

 Zutritt zum Impfzentrum haben nur Impfwillige mit zuvor telefonisch oder online vereinbartem und postalisch bzw. per E-Mail bestätigtem Termin. Vor dem Zutritt in das Gebäude erfolgt ggf. eine Messung der Körpertemperatur. Nach Überprüfung der Personalien und des Impfdatums erfolgt die Sichtung der erforderlichen Impfunterlagen (Aufklärungs-, Anamnesebogen, Einwilligungserklärung und ggf. medizinisches Attest). Erst wenn diese vollständig vorliegen, kann der eigentliche Impfprozess initiiert werden. In der Impfkabine erfolgt seitens des Impfarztes die Feststellung der Impffähigkeit; mögliche Fragen z. B. zum Impfablauf, Impfstoff oder eventuelle Nebenwirkungen können erörtert werden. Nach erfolgter Impfung mit Aushändigung der Impfbescheinigung und dem Einhalten einer 15 bis 30 minütigen Nachbeobachtungsphase im Impfzentrum, ist der Impfprozess beendet. Bei erforderlichen Zweitimpfungen muss der bereits bei der Anmeldung mitgeteilte Termin unbedingt einhalten werden.

Wer leitet das Impfzentrum?

Es gibt eine organisatorische Leitung, die durch die Kreise und kreisfreien Städte zu bestimmen ist. Impfzentren bedürfen zudem einer ärztlichen Leitung, die durch die KV Nordrhein bestellt wird und die medizinisch-fachliche Leitung im Impfzentrum übernimmt. Die ärztliche Leitung weist das ärztliche und nicht-ärztliche Personal ein, das durch die KV Nordrhein gestellt wird. Sie steuert, überwacht und korrigiert ggf. die Betriebsabläufe in medizinisch- fachlicher Hinsicht zur Einhaltung der medizinischen Behandlungs- und Dokumentationsstandards, Hygiene- und weitere die Impfung betreffende Vorschriften.

Wer führt die Impfungen in den Impfzentren durch?

Die eigentliche Impfung ist eine ärztliche Aufgabe und wird durch freiwillig tätige Ärzte auf Honorarbasis durchgeführt. Die KV Nordrhein hat eine Internetseite (coronaimpfung.nrw) eingerichtet, über die sich Ärztinnen und Ärzte, aber auch Medizinische und Pharmazeutische Fachangestellte zur Unterstützung der Corona-Schutzimpfungen registrieren können.

Was benötigt man als Impfarzt für den Einsatz vor Ort?

Bitte bringen Sie an Dokumenten einen Lichtbildausweis (z.B. Personalausweis oder Führerschein) mit. Schutzmaterial wird komplett gestellt. Seien Sie bitte eine halbe Stunde vor Impfstart – für organisatorische Absprachen zu den Abläufen - in Ihrem Impfzentrum; bitte planen Sie auch noch eine halbe Stunde nach Termin-Ende ein.

Wer ist für eine Impfung berechtigt?

Grundsätzlich können alle erwachsenen Bürgerinnen und Bürger eine Corona-Schutzimpfung erhalten. Aufgrund der derzeit noch begrenzten Impfstoffkapazitäten gilt bis zum 07. Juni 2021 eine Priorisierung gemäß Coronavirus-Impfverordnung. Näheres finden Sie unter: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/C/Coronavirus/Verordnungen/CoronaImpfV_BAnz_AT_01.04.2021_V1.pdf

Brauchen Patienten ein ärztliches Attest als Nachweis für die Impfberechtigung?

Patienten benötigen ein Attest, wenn sich die Impfberechtigung aufgrund der in den § § 3 und 4 Absätze 1, Sätze 2 der Coronavirus-Impfverordnung festgelegten Erkrankungen ergibt. Die Atteste werden durch den Hausarzt oder behandelnden Facharzt ausgestellt.

Was ist zu tun, wenn eine geimpfte Person Nebenwirkungen verspürt?

Nach einer COVID-19-Impfung kann es, wie bei anderen Impfungen auch, zu Lokal- oder Allgemeinreaktionen kommen. Sie treten meist in den Tagen nach der Impfung auf und halten selten länger als 2 bis 3 Tage an. Meistens handelt es sich um Schmerzen an der Einstichstelle, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Schüttelfrost, Gelenkschmerzen, Fieber, Hautausschlag oder Juckreiz. In sehr seltenen Fällen können auch allergische Reaktionen auftreten, die ärztlich behandelt werden müssen. Bei stärkeren oder auch länger anhaltenden Beschwerden (z. B. anhaltende Kopf- und Bauchschmerzen, Atemnot, Beinschwellungen, Sehstörungen, Blutergüsse oder punktförmige Hautblutungen) sollten Sie unverzüglich einen Arzt aufsuchen.

Was passiert mit Impfwilligen, die im Impfzentrum nicht zur Impfung zugelassen werden, z.B. wegen zu hoher Temperatur oder auf Grund von COVID-19-Symptomen?

Die Impfung sollte bei Pesonen mit akuter, schwerer, fieberhafter Erkrankungen oder akuter Infektion verschoben werden. Das Vorliegen einer geringfügigen Infektion und/oder leichtem Fieber kann eine Impfung erfolgen. Über die Impffähigkeit an dem terminierten Tag entscheidet der Impfarzt. Bei Verdacht auf eine COVID-19 Erkrankung sollte zunächst eine Abklärung erfolgen. Bestätigt sich der Verdacht, ist zunächst auf eine Impfung zu verzichten. Gemäß der STIKO-Empfehlung belegen die derzeit verfügbaren klinischen und immunologischen Daten eine Schutzwirkung für mindestens 6 bis 8 Monate nach SARS-CoV-2-Infektion. Daher sollte frühestens 6 Monate nach Genesung bzw. Diagnosestellung eine entsprechende Impfung erwogen werden. Hierbei reicht zunächst eine Impfstoffdosis aus.

Wie viele Impfdosen können aus einem Vial (Fläschchen mit Impfstoff) gezogen werden?

Laut europäischer Zulassung sind bei beim Vakzin Comirnaty von Biontech/Pfizer nach dem Verdünnen sechs Impfstoffdosen pro Vial enthalten. Die technisch bedingte Überfüllung ermöglicht es jedoch in vielen Fällen eine weitere, siebte Dosis fachgerecht zu entnehmen und zu verimpfen. Die Entnahme einer siebten Dosis pro Vial Comirnaty ist nach Zulassung nicht verboten (gemäß Erlass des NRW-Gesundheitsministerium vom 12. Januar 2021).

Für Vaxzevria, den COVID-19-Impfstoff von Astrazeneca, wird ebenfalls von einzelnen Arztpraxen berichtet, dass eine zusätzliche elfte Dosis aus dem Vial entnommen werden kann. Auch hier gibt es keine Einschränkung in der Fachinformation, die die Entnahme einer elften Dosis verbietet.

Näheres unter:  https://coronavirus.nrw/corona-impfstoffe-entnahme-zusaetzlicher-dosen-pro-vial-in-der-praxis-moeglich/

Wie ist (insbesondere bei dementen Patienten) die Einverständniserklärung geregelt?

Bei Patienten, die nicht mehr in der Lage sind, für sich selber zu entscheiden, muss der Vormund / gesetzliche Vertreter diese Aufgabe übernehmen

Wie ist die Arzthaftung geregelt? Gibt es eine spezielle Versicherung?

Informationen zur Haftung und Versicherung finden Sie in einem Merkblatt unter folgendem Link: https://coronavirus.nrw/wp-content/uploads/2021/04/merkblatt_haftung_impftaetigkeit.pdf

Ist die Ausstellung einer Impfbescheinigung zwingend erforderlich, auch wenn ein Impfpass vorgelegt wird?

Die Impfbescheinigung ist eine Ersatzbescheinigung für den Fall, dass der Impfling keinen Impfpass vorlegt. Bei einem Eintrag der Impfung in den Impfpass ist eine zusätzliche Mitgabe einer Impfbescheinigung daher nicht notwendig.

Sind Hausärzte verpflichtet, im Impfzentrum erfolgte und auf der Impfbescheinigung dokumentierte Impfungen in den Impfpass zu übertragen?

Grundsätzlich reicht zur Dokumentation der Impfung eine Ersatzbescheinigung (= ärztliches Zeugnis gemäß Impfverordnung) aus. Einen Rechtsanspruch auf Eintragung in den Impfpass haben die Impflinge daher nicht. Eine Übertragung kann durch den Hausarzt als freiwillige Serviceleistung oder mit privatärztlicher Liquidation erfolgen. Alternativ kann eine Übertragung in den Impfpass nach § 22 Infektionsschutzgesetz auch durch das zuständige Gesundheitsamt erfolgen.

Wie soll eine bereits durchgemachte Covid-19-Erkrankung zuzüglich einer einmaligen Impfung in der Impfbescheinigung oder im Impfpass dokumentiert werden?

Der Nachweis einer bereits durchgemachten Infektion wird im Rahmen eines europaweit gültigen „digitalen grünen Zertifikats“ erfolgen. Diese Bescheinigungen werden voraussichtlich frühestens Ende Juni 2021 verfügbar sein. Zum jetzigen Zeitpunkt kann eine durchgemachte Infektion durch den Nachweis eines positiven PCR-Testergebnisses bestätigt werden. Die Dokumentation einer einzelnen Impfung im Impfpass erfolgt regulär durch Angabe des Impfstoffs, Chargennummer, Datum, Unterschrift und Stempel. 

Wie werden nachträgliche Erst- und Zweitimpfungen in Pflegeheimen organisiert?

Nachträgliche Impfungen in Pflegeheimen sollen primär über die niedergelassenen Ärzte erfolgen, welche Patienten in den Pflegeheimen versorgen (z.B. Heimarzt oder Hausarzt der Heimbewohner). Nur falls dies nicht möglich sein sollte, können die Impfungen durch ein mobiles Impfteam durchgeführt werden, sobald eine durch sechs teilbare Anzahl an Personen geimpft werden würde (bei Impfung mit Corminaty, à Anzahl der Impfdosen in einem Vial).

Im folgenden Film gibt Ihnen das Bundesministerium für Gesundheit einen Überblick über den Ablauf im Impfzentrum:
Engagiert für Gesundheit.Dabei sein!